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JugendstilGründerzeit und Jugendstil in HandschuhsheimEine Führung durch Klausenpfad, Rottmann- und Steubenstrasse
"Gründerzeit und Jugendstil - ein Spaziergang zu bekannten und weniger bekannten Häusern und Ansichten in Alt-Handschuhsheim", so lautete die Einladung zu einer Führung durch Handschuhsheim. Die sachkundigen Erläuterungen dazu kamen von unserem langjährigen ehemaligen Vorstandsmitglied Alexander Heinzmann, der auch die Zusammenfassung geschrieben hat.
Bei "Handschuhsheim" und "sehenswerte Architektur" denkt man eher an Vituskirche, Tiefburg und an den alten dörflichen Ortskern. Aber sehenswerte Gebäude aus der Zeit des Historismus (Gründerzeit) und des Jugendstils sucht man doch eher in Neuenheim oder der Weststadt. Die von der Interessengemeinschaft Handschuhsheim (IGH) initiierte Führung sollte zeigen, dass dies nicht so ist!
Die vom badischen Großherzog 1903 per Dekret angeordnete Eingemeindung des Dorfes Handschuhsheim nach Heidelberg brachte einen Bauboom im Bereich des spekulativen Wohnbaus: mehrgeschossige Mietshäuser entstanden, wobei die Fassadengestaltung ein städtisches Flair ausstrahlen sollte. Dabei orientierten sich die meist konservativen Architekten und Bauherren am - anderswo bereits überholten - Stil des Historismus, der Stilformen von Renaissance und Barock neu aufgegriffen und auch vermengt hatte. Der als Gegenbewegung um 1900 aufgekommene Jugendstil hat - mehr oder minder stark vertreten - ebenfalls die Fassaden- und Fenstergestaltung beeinflusst. Ab 1914 galt er jedoch auch als überholt und wurde vom "Reformstil" abgelöst, einem Rückgriff auf einfache, klare Formen des Frühbarock, der Klassik und des Biedermeier.
Beispiele für Fassaden des Historismus sind Klausenpfad 21 ( das "grüne Haus'), Steubenstraße 39 und 44, stark vertreten ist der Jugendstil in den Fassaden der Häuser Grahamstraße 4 (hier sehenswerte originale Türen und Fensterverglasungen), Klausenpfad 22, Rottmannstraße 48 und Steubenstraße 43 und 59. Die Wohnanlage Atzelhof, zwischen 1920 und 1930 von der "Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft Atzelhof mbH" errichtet, ist ein Musterbeispiel für den sozialen Wohnungsbau der 20er Jahre - und für den Reformstil. Hier haben die Architekten - u.a. der in Heidelberg bekannte Franz Sales Kuhn - frühbarocke Gestaltungselemente verwendet (z.B. bei den Toreinfahrten), ähnlich wie auch bei dem Mehrfamilien- und Geschäftshaus Steubenstraße 72/72 a. Bemerkenswert ist übrigens das ovale, frei tragende Treppenhaus in Rottmannstraße 2-4 ("Atzelhof"), das in Handschuhsheim einmalig ist..
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